Digitaldruck

Volleloxierte Schilder, hergestellt im Digitaldruckverfahren (Inkjet)

Im Digitaldruckverfahren werden die Daten direkt aus der Datei heraus in das eloxierte Aluminium gedruckt. Die für das Siebdruckverfahren nötige Herstellung von Film und Sieb entfällt. So können also auch vielfarbige Grafiken, Farbverläufe und sogar Fotos mit allen Vorteilen des eloxierten Aluminiums hergestellt werden.

Durch die Entwicklung spezieller Farbstofftinten ist es möglich, heute sogenannte volleloxierte Aluminiumschilder nicht nur im üblicherweise verwendeten Siebdruckverfahren, sondern auch im Tintenstrahldruckverfahren herzustellen. Dabei sind die Farbstoffe so formuliert, dass sie sowohl düsengängig sind, als auch in die offenporige Eloxalschicht eindiffundieren können. Durch den anschließenden Verdichtungsprozess (Sealing) werden die Eloxalporen dann unter Einschluss der Farbpigmente verschlossen und sind damit dauerhaft geschützt. Im Ergebnis ist der Farbstoff in der Aluminiumoberfläche unlöslich eingebettet mit den gleichen vorteilhaften Eigenschaften wie bei im Siebdruckverfahren bedruckten Teilen:

  • hohe Kratz- und Abriebfestigkeit
  • beständig gegenüber allen inaktiven Stoffen im neutralen Bereich zwischen pH 5 und pH 8, insbesondere Lösemittel, Fette, Kraftstoffe u.ä.
  • hohe Beständigkeit bei mechanischer Beanspruchung
  • leicht zu reinigen, Anti-Grafitti-Effekt

Farbaufbau

Durch den simultanen Druck der CMYK-Farben (4-Farb-Druck) erfolgt der Farbaufbau in einem einzigen Druckdurchgang, sodass sogar fotorealistischer Bilderdruck in hoher Auflösung möglich ist.

Zu beachten ist dabei jedoch, dass es nach wie vor keine weißen Pigmente gibt, die klein genug sind um in die Eloxalpore zu diffundieren. Daher sind keine weißen oder mit Weiß aufgehellten Farbtöne möglich. Bei der Farbgebung ist außerdem die (meist silberne) Eigenfarbe des eloxierten Aluminiums zu bedenken. Da alle klassischen Farbsyteme/ Modelle (CMYK, Pantone, HKS usw.) auf der Grundlage eines weißen Papieruntergrundes entwickelt worden sind, sind die Farbangaben aus solchen Systemen nur annähernd nachvollziehbar.

Einige Standardtöne der Siebdruckfarben lassen sich zur Zeit noch nicht 100-%ig im Inkjet nachstellen (z.B. intensive, leuchtende Blautöne), sodass Farbabweichungen zwischen Großserien im Siebdruck und einigen zusätzlichen Einzelschildern im Inkjet akzeptiert werden müssen.

Bildaufbau

Der Bildaufbau als solcher erfolgt je nach Farbsorte und Oberflächenart (matt, glänzend etc.) in mehreren Durchgängen (passes), d.h. dass der Druckkopf bis zu 12-mal die Platte bedruckt und bei jedem Mal nur eine winzige Farbmenge aufträgt. Dadurch kann die Tinte zwischen jedem Durchgang etwas antrocknen, denn im Gegensatz zu beispielsweise einer Papieroberfläche kann die Eloxalpore viel weniger Tinte aufnehmen. Würde man die Farbe in einem Durchgang aufbringen, würden die Eloxalporen überfüllt und durch Kapillarwirkung und die sehr dünnflüssige Tinte die Farbe unweigerlich verlaufen. So erklärt sich auch die derzeit noch recht niedrige Druckleistung von nur ca. 0,6 - 1 qm pro Stunde.

Das bei uns verwendete Drucksystem verfügt über eine Auflösung von bis zu 1400 x 1400 dpi, sodass Linienstärken bis 0,15 mm und Schrifthöhen bis 4 pt einwandfrei darstellbar sind.
Die bekannte Problematik der bei manchen hellen Farbtönen eingeschränkten Licht- und Wetterbeständigkeit beim Eloxaldruck ist auch beim Inkjet gegeben: durch die Verwendung hochwertiger Spezialtinten erreichen wir jedoch die gleichen hohen Beständigkeiten wie bei den Siebdruckfarben.

Inkjet vs. Siebdruck

Der entscheidende Vorteil des Inkjet-Druckverfahrens gegenüber Siebdruck ist das Entfallen der Filmvorlagen und Siebdruckschablonen für jede einzelne Farbe. Der Druck erfolgt sofort aus der aufbereiteten (gerippten) Bild-Datei.
Daraus ergibt sich eine Reihe von Vorteilen:

  • Kosten unabhängig von der Anzahl der Farben
  • Kleinserien und Einzelstücke kostengüstig
  • Kurze Lieferzeit
  • Keine Film-/ Siebkosten
  • Nahezu unbeschränkte Farbauswahl
  • Serialisierung und Barcode einfach möglich
  • Grafiken und fotorealistische Drucke einfach möglich

Nachteile des Inkjetverfahrens sind:

  • Niedrige Druckleistung
  • Hohe Tintenkosten (ca. 500,– €/ Liter)

Da es sich auch beim Inkjetverfahren um ein Eloxalunterdruckverfahren handelt, bleiben die Probleme in der Farbgebung bestehen:

  • Kein „Weiß“ möglich
  • Keine 1:1 Übernahme der Farbangaben aus Farbsystemen